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Prof. Dr.-Ing. Horst Meier (l.) und Dipl.-Ing. Christoph Faber rufen den Zustand der Maschinen der Pilotfabrik über das Internet ab |
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Die Pilotfabrik kann per Internet von jedem beliebigen Rechner aus gesteuert werden.
Dienstleistungsgesellschaft von morgen
Mal eben von Deutschland aus eine Zahnradmaschine in China begutachten – kein Problem: Über eine Software-Architektur, die auf bewährten Internetstandards basiert, braucht der Techniker keine Fernreise mehr anzutreten.
Für eine hochkomplexe Drehmaschine könnte das bedeuten, dass der Maschinenhersteller seinen Sitz in Deutschland hat, die Maschine jedoch in China im Einsatz ist. Bei Störungen, die im Extremfall die gesamte Getriebe-Produktion zum Erliegen bringen können, ist der Maschinenbetreiber auf schnelle Hilfe angewiesen.
Mit sogenanntem Teleservice lässt sich der Zustand der Maschine in China von Deutschland aus inspizieren und Fehler lassen sich womöglich gleich beheben. Solcher Teleservice ermöglicht auch andere Dienstleistungen rund um den Globus, z.B. Online-Schulungen oder Software-Aktualisierungen.
Eine praktische Sache, die aber bei den Betreibern bisher keine durchschlagende Akzeptanz gefunden hat. Hauptgrund dafür ist die Heterogenität der Systeme verschiedener Hersteller. Diese Problematik war Ausgangspunkt für das Industrie-Verbundprojekt EOS (Embedded Online Service), das der Lehrstuhl für Produktionssysteme koordiniert hat.
Plug & Play
Ziel war ein praktikables und zukunftssicheres „Plug & Play“ für Online-Dienstleistungen.
Was lag dabei näher, als bestehende Standards des Internet zu nutzen? Gemeinsam mit zehn Partnern aus Industrie und Forschung sowie mit der finanziellen Unterstützung des BMBF entwickelte man einen neuen Standard, der auf bewährten Internetstandards wie HTML, Java und TCP/IP basiert.
Der neue EOS-Teleservice ist herstellerübergreifend und bietet Freiraum für anbieter- und betreiberspezifische Dienste. Die Steuerrechner aller Maschinen einer Fabrik sind über ihre vorhandenen Schnittstellen, die lediglich einem Minimalstandard angepasst sein müssen, an einen zentralen Look-Up-Server angeschlossen, der über einen Internetzugang verfügt. Über einen Webbrowser kann man sich mit Benutzererkennung und Passwort auf diesem Look-Up-Server anmelden. Es ist keine spezielle Software wie bei herkömmlichen Teleservice-Systemen erforderlich. Wer angemeldet ist, kann auf der Benutzeroberfläche einzelne Maschinen auswählen, um z.B. ihren Status zu überprüfen und Fehler zu analysieren. Der Zugang zu den einzelnen Anlagen ist jeweils durch ein Passwort geschützt, so dass nur berechtigte Benutzer darauf zugreifen können.
Zusatznutzen
Diese Lösung vereinfacht auch werksintern die Bedienung: Mitarbeiter des Betriebs können ebenfalls über den zentralen Server alle Maschinen administrieren. Dadurch eröffnen sich wiederum weitere Einsatzmöglichkeiten z.B. für die werksinterne Instandhaltung.
Im Störfall kann jede Maschine auch einen Alarm an den Look-Up-Server schicken, der dann eine Nachricht – z.B. eine SMS oder E-Mail – an den zuständigen Techniker schickt.
Praxis
Inzwischen ist das System auch bei einigen großen Maschinenbetreibern im Einsatz. Auch nach Abschluss des geförderten Zeitraumes wird im Rahmen des Industrie-Arbeitskreises EOS unter Federführung des VDMA an einer Standardisierung in Form eines VDMA-Einheitsblattes gearbeitet.
Weiterführende Informationen
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